Liebling des Monats Januar – Die Sportsbar

30. Jan 2012  |  Kategorien: Liebling des Monats, Thema  |  9 Kommentare

Wenn man sich gewisse Zeit zurückdenkt, erinnert man sich an den Zwist mit dem Sportclub Riesa. Es ging um die Trainingszeiten auf dem Kunstrasenplatz am Sportzentrum. Die Frage kam oft auf, warum denn der Sportclub gerade diesen tollen Platz bekommen hatte. Es wurden viele Fördermittel und Eigenanteile hierzu verbaut. Ja aber, sagt der gemeine Stahlfan. Sicherlich hat der SC Riesa da wohl gut taktiert und die öffentlichen Gelder beantragt. Auch die größere Zahl an Jugendlichen im Verein gab hierfür sicher auch einen Ausschlag. Aber ein großer Eigenanteil blieb auch noch für den Sportclub Riesa über.

Was geschah im Jahr vorher in Merzdorf? Die Sportsbar wurde gebaut. Eine gute Sache für den Stadionbesucher oder für potentielle Sponsoren, wie die Befürworter der Kneipe argumentieren. Sicher gibt es Sponsoren, welche sich vielleicht in dieser Einrichtung, versorgen lassen. Das ist auch gut und zu befürworten, doch wie viel Geld wurde investiert? Durch ein Gespräch mit Frau Heike Nicklisch bekam ich die Aussage, dass der Anbau im kompletten 174.000€ kostete. Die Inneneinrichtung der Kneipe zusätzlich noch einmal 20.000€. Ich gehe von der Rechnung aus, dass dieses Gebäude drei potentielle Etagen zur Nutzung hat. So müsste man den Baubetrag von 174.000€ auch Dritteln. Dazu aber später mehr. Musste es auch in diesem Ausmaß sein? Die Sportsbar ist zweifelsohne nicht förderlich für die Trainingsbedingungen, welche ja bekanntlich nicht die Besten sind. Viel Geld wurde im Bau gebunden, welches z.B. für das Grundfundament eines Fußballvereines auch nützlich hätte investiert werden können. Doch wurde immer auf die ungerechte Behandlung des TSV Stahl Riesa verwiesen, da diesem kein Kunstrasenplatz „zugewiesen“ wurde. Für die Bar in diesem Ausmaß war sehr viel Geld da, zumindest anscheinend, für den dringend benötigten Sportplatz nicht. Wie die komplette Finanzierung gelaufen ist, dass wird der Vorstand sicher genau mit der Revisionskommission zur nächsten Mitgliederversammlung durchleuchten. Hoffe ich zumindest.

Wie die Trainingsbedingungen sind, wissen wir wohl alle. Die Mannschaften ziehen beim Training wie Nomaden umher und versuchen so, den einzigen Großfeldplatz des TSV Stahl Riesa, zu schonen. Eine kontinuierliche Trainingsarbeit ist so schwierig.

Wie wohl keine andere Sache sorgt die Sportsbar für diverse Unstimmigkeiten im Verein. Die Befürworter der Stadionkneipe sprechen davon, dass die Sportsbar immer nur tot geredet wurde. Viele geben der Kneipe gar keine Chance, sich zu etablieren. Irgendwie haben Sie auch Recht, man sollte aber überlegen, warum es diese Entwicklung nahm? Sollte man z.B. nicht erst am Anfang einen Obolus als Eintrittsgeld zur Videoanalyse nach dem Spiel zahlen? Den konnte man dann auch „abtrinken“. Als gemerkt wurde, dass so kein Mensch kam wurde zurückgerudert. Die Leute kamen auch langsam wieder etwas mehr. Im Endeffekt sind es trotzdem keine 20 Fans, die den Weg finden. Sieht so ein Konzept aus? Es ist über ein halbes Jahr seit der letzten Mitgliederversammlung vergangen. Was ist passiert diesbezüglich? Skatabende mit einer Hand voll Leute, wie zuletzt.

Die Frage ist doch meines Erachtens erneut aber auch, wie viel Geld wurde in diesem „Sozialgebäudeanbau“ verbaut? Diesen enormen Betrag muss man aber bei einer Berechnung der Kostendeckung mit einbeziehen. Die Sportsbar läuft nicht wirklich, wie sie sollte, um wenigstens halbwegs kostendeckend zu arbeiten. Veranstaltungen, wie Tanzabende und Skatturnier im letzten Quartal 2011, waren sehr schlecht besucht. Die ein oder andere Weihnachtsfeier, oder die Silvesterfeier, wirken diesem negativen Trend sicherlich entgegen. Im gesamten Jahr aber gesehen, gibt es viele Abende an denen die Gäste ausbleiben. Ich würde da doch gar nicht reinharken, wenn es privatwirtschaftlich betrieben würde. Nein, dem ist nicht so, denn diese Einrichtung verbrennt jeden Monat enorme Beträge. Dieses Geld fehlt an anderer Stelle im Verein. Zur fehlenden Kostendeckung kommt ja noch hinzu, dass ein hauptamtlich eingestellter „Geschäftsführer/Manager“ ja auch noch einen gewissen Teil seiner Arbeitszeit als Barkeeper herunter reißt, egal ob Kunden da sind, oder nicht. Kann man das verantworten?

So nun komme ich auch noch einmal darauf zu sprechen, dass dieser Anbau eigentlich kein Sozialgebäude ist. Außer einer 1,5 jährigen Funktion als Sportsbar, hat es noch nichts „soziales“ in diesem Gebäude gegeben. Es ist ein Anbau für die Gastronomie und einen bestimmten Arbeitsplatz. Das der Keller im Neubau unter Wasser stand, wissen ja nun schon viele Stahlfans und Mitglieder. In einem Neubau, stellt sich mir die Frage? Was ist da falsch gelaufen? Da dringt nichts nach außen.

Deswegen geht der Liebling des Januars 2012 eindeutig an die Sportsbar des TSV Stahl Riesa. Man wird sehen, wie die Mitglieder zu diesem Sachverhalt auf der Mitgliedsversammlung 2012 denken werden.


9 Kommentare

Feed Trackback Address
  1. Merzdorfer sagt:

    Volle Zustimmung, wobei dieser Anbau noch nicht einmal etwas mit Gastronomie zu tun hat, denn ein Gastronom arbeitet nicht in dieser “Bar”, dort werden ausschließlich Getränke ausgeschenkt. Aus gutem Grund wurden dafür keine Fördergelder beantragt, man wusste genau, was man da vor hat, hat mit Sport nichts zu tun und ist nicht förderfähig. Stahl Riesa hat so ein großes Potential, schade das es so verschwendet wird.

  2. Maiky sagt:

    Zustimmung Merzdorfer…

  3. egal sagt:

    Auch von mir vollste Zustimmung zu deinem Kommentar, Merzdorfer!

  4. Kennste ni sagt:

    Interessant wäre wirklich die Finanzierung, und warum sich so wenig in den letzten 12 Monaten in der Arena getan. Zusammenhänge?

  5. TSV-Mitglied sagt:

    Aber vielleicht kann da auch mal der Präsident eine Antwort drauf geben, ehe wieder nur auf H.L. drauf rumgehackt wird. Er hat doch schließlich diese ganzen Sachen mit vollster Verantwortung getragen ! Oder liege ich da falsch ?

  6. Kennste ni sagt:

    Na sicher genau wie der ganze Vorstand über sieben Jahre. Und auch die Mitglieder haben es getragen, indem diese das Präsidium immer entlastet haben. Es war eingeschliffen und alles lief ja auch irgendwie. Irgendwie ist aber leider auch das richtige Wort.

  7. Mitglied sagt:

    Hier muss ich widersprechen. 2010 wurde der Vorstand nicht entlastet. Die MV lief nicht nach den entsprechenden Gesetzmäßigkeiten ab und ist somit nicht rechtskräftig. So mal kein Vorstand entlastet werden kann wenn kein Finanzbericht vorgelegt wurde. Bei der wiederholten MV wurde der Vorstand nicht entlastet.

  8. Mitglied sagt:

    Ich meinte die Entlastung für das Jahr 2010.

  9. Maiky sagt:

    Irgendwie passiert aber garnüschte…

  10. auch ein Mitglied sagt:

    Die Situation ist schon beängstigend, ein Anbau der zur Investruine verkommt, die Verpflichtung von teuren Spielern mit denen man den Aufstieg erkaufen will, ein “Manager” der fern jeder Realität 1000 Zuschauer gegen Plauen erwartet, ein Präsident der mit seinem Anwalt zur MV erscheint, das sind alles keine guten Zeichen …

Dein Kommentar