Steckbrief
Name: Johann Ehl
Spitzname: Johner
Geburtsdatum: 08.10.1940
Geburtsort: Bonnya (Ungarn)
Beruf: Dreher und Ingenieur für Hüttenmechanik
Jugendverein: SG Heyda
Bei der BSG Stahl Riesa: 1956-1975, Mannschaftskapitän von 1965-74
Spiele für die BSG Stahl Riesa: 140 Spiele in der Oberliga, 28 Pokalspiele
Stahl-Riesa.com: Hallo Johann. Schön, dass Du Zeit gefunden hast für dieses Interview. Hast Du schon vorher vom Internetmagazin Stahl-Riesa.com gehört?
J.E.: Nein, ich bin nicht im Internet bewandert. Das muss man aber in meinem Alter auch nicht sein. Mich hatte jemand in der Sauna angesprochen. So kam ja dann der Kontakt zustande.
Stahl-Riesa.com: Wie kommt es eigentlich, dass du in Riesa gelandet bist? Geboren bist du ja in Ungarn.
J.E.: Das ist eine lange Geschichte. Ich kann mich noch sehr genau an das Kriegsende erinnern. Die Deutschen im Osten flüchteten vor den Russen in Richtung Westen. Dabei richteten Sie sich nach den Frontverläufen. Viele meiner Verwandten flüchteten in genau westlicher Richtung, da die Russen auf Berlin drangen. Wir fuhren mit unserem Pferdewagen los. Zirka 500 Meter hinter unserem Haus, brach die Hinterachse. Mein Opa beschloss darauf hin, zu bleiben. Meine Verwandten zogen dann nach Süddeutschland alleine weiter. Da leben Sie noch heute. Wir wurden dann erst 1948 vertrieben und landeten in der Gegend um Riesa.
Stahl-Riesa.com:. Dein Vater war Musiker, soweit ich weiß. Wie kam es aber, dass Du mit Fußball anfingst? Sicherlich wollen doch die Eltern dann auch, dass Ihr Kind in der Hinsicht weitermacht?
J.E.: Ja, mein Vater war Musiker. Er hat Klarinette in einer Kapelle gespielt. Natürlich wollten unsere Eltern, dass einer aus der Familie weitermacht. Ich habe dann auch zwei Jahre (1949-51) Mandolinenunterricht genommen. Der Heydaer Kantor versuchte mir etwas beizubringen. Aber irgendwann hatte es dann keinen Sinn mehr weiter zu machen. Denn weder ich, noch mein Bruder, hatten musikalische Veranlagungen. Ich hatte auch 1950 mit dem Fußball bei der SG Heyda angefangen.
Bei Empor Heyda spielt auch mittlerweile mein Enkel Danny Ehl. Er war ja auch mal beim TSV Stahl Riesa.
So entschied ich mich dann für den Fußball. Ein Gutes hatte die Sache dann aber trotzdem noch. Ich konnte sehr gut Noten lesen. Mein unmusikalisches Singen konnte ich so bei Arbeiten in der Schule wieder gut machen, so dass die Musiknote gut war.

Stahl-Riesa.com: Du hast mit deiner Frau, mit der du schon über 46 Jahre verheiratet bist, zwei Kinder. Sind die beiden noch in Riesa?
J.E.: Unsere Kinder Thomas (45Jahre) und Bettina (43Jahre) sind nicht mehr in der Elbestadt. Unser Sohn lebt in Hirschfeld (Bundesland Brandenburg) und die Tochter in Duisburg. Meine Tochter ist schon vor der Wende in den Westen “abgehauen”. Sie fuhr mit einer Freundin nach Ungarn. Bei der Verabschiedung auf dem Riesaer Bahnhof sagte ich noch zu ihr:”Nicht das du uns noch eine Ansichtskarte aus Wien schickst”. “Bewaffnet” mit Zelt und Kraxe flohen die beiden jungen Frauen nach Österreich. Die Karte habe ich dann doch aus Wien erhalten. Es war eine verrückte Zeit. Den Grund für diese Flucht setzte sich aus mehreren Dingen zusammen. Unter anderem war es auf die Wohnverhältnisse zurückzuführen. Sie bekam einfach keine Wohnung. Sie wurde auf “Wartelisten” für das geplante Neubaugebiet Riesa-Süd gesetzt. Das sollte irgendwann einmal an der heutigen Rostocker Straße entstehen. Geschehen ist nichts und die Wende kam diesem Bauvorhaben wohl in die Quere.
Stahl-Riesa.com: Dein Name ist in Riesa, auch viele Jahre nach der Karriere, immer noch ein Begriff in Sachen Fußball. Selbst für mich, einen jüngeren Fußballfan, der deine Karriere nicht mitverfolgen konnte. Wie erklärst du dir das?
J.E.: Wie will man das erklären? Die Oberligazeit hat einiges in dieser Richtung bewirkt. Es waren einige tolle Jahre für den Riesaer Fußball. Die Begeisterung war riesengroß. Viele Fans kamen nicht nur aus Riesa. Aus der Umgebung kamen viele Zuschauer ins Ernst-Grube-Stadion. Da hatte jeder seinen “Liebling” auf dem Platz. Nun war ich doch etwas “klein”, blond, kämpferisch, einsatzstark und bin nie irgendwie abgehoben. Ich glaube, dass die Fans es bis heute honorieren. Auch ich bin oft überrascht und ein bisschen stolz, wenn mich Leute in der Stadt oder beim Einkaufen auf die damalige Zeit ansprechen. Das passiert nicht nur in Riesa. Vor ein paar Jahren war ich auf Gran Canaria im Urlaub. Ein Cottbuser Fan fragte mich, ob ich Johann Ehl von der BSG Stahl Riesa sei.

Stahl-Riesa.com: Wie viele Jahre standest Du für Stahl Riesa auf dem Platz?
J.E..: Insgesamt stand ich von 1956-1976 für die
Betriebssportgemeinschaft auf dem Platz. Danach spielte ich fast 25
Jahre in der AH-Mannschaft.
Stahl-Riesa.com: Was war dabei das wichtigste Spiel? Es gab ja sicherlich bei der BSG immer Höhen und Tiefen.
J.E.: Das kann ich leider nicht genau beantworten. Es gab für die BSG Stahl viele wichtige Spiele. Die Spiele, welche zu Aufstiegen oder Klassenerhalt führten, waren sicher die einprägsamsten.
Stahl-Riesa.com: Was war das einprägsamste Ereignis aus dieser langen Zeit?
J.E.: Nach dem Oberligaaufstieg 1968 bekamen wir ein Trainingslager in der Sowjetunion als Lohn. Wir hatten dort vier Spiele. Unter anderem spielten wir in Tcheljabinsk, Ufa und Salawat. Wir sind damals hinter den Ural geflogen und dann mit Bus und Schlafwagen im Zug von Stadt zu Stadt gefahren. Bei dieser Reise gab es zwei unvergessliche Erlebnisse. Das wichtigste: die Geburt meiner Tochter. Ich bekam Nachricht über die Geburt, während wir in Russland umher reisten. Ich habe dann der ganzen Mannschaft Sekt ausgegeben.
Auch unvergessen aus diesen schönen Tagen ist folgende Geschichte. Wir fuhren mit dem Bus von einer Stadt in die Andere. Auf der Rast hielten wir an einem Restaurant. Die russischen Reisebegleiter gingen in die Kneipe und scheuchten in kürzester Zeit alle heraus. Es war dabei egal ob die Gäste gerade erst anfingen zu essen, oder schon fertig waren. Für die BSG Stahl Riesa wurde Platz geschaffen. Es war mir aber eigentlich sehr unangenehm, aber trotzdem einprägsam.
Es ist auch kaum zwei Jahre her, da rief mich jemand an. Er sprach sehr gebrochen Deutsch. Er fragte ob ich der Johann Ehl von der BSG Stahl Riesa sei. Eine Woche später war das originale russische Programmheft des Spiels in Salawat im Briefkasten. Ich weiß bis heute leider nicht, wem ich diese nette Geste zu verdanken habe.

Wenn wir einmal bei den Trainingslagern sind, erzähle ich noch kurz vom Rumänien-Trainingslager 1971. Wir fuhren mit dem Bus quer durch das Land. Unter anderem spielten wir gegen den CFR Cluj. Das Spiel endete, so glaube ich, 2:2 unentschieden. Immerhin spielen die Rumänen mittlerweile oft International. Ein anderes Spiel wurde gegen Universitea Craiova (Anm.d.Red.: von diesem Verein wechselte der “Transferhammer” Jeremie Njock zum TSV Stahl Riesa- auf einen Einsatz kam er dann auch, beim Freundschaftspiel gegen Hohenleipisch) bestritten. An das Ergebnis in Craiova kann ich mich nicht mehr erinnern.
Der Trainer Karl-Heinz Schäffner hatte damals eine sehr gute Mannschaft zusammen.
Noch eine Geschichte aus dieser Zeit, die einfach Erzählenswert ist. In den 70er Jahren fuhren wir ins Wintertrainingslager nach Johanngeorgenstadt. Es war ja bekannt, dass der Fußballverband die Sportclubs und die Betriebssportgemeinschaften unterschiedlich behandelte. So hätte Stahl dieses Trainingslager beim Verband anmelden müssen, was aber nicht geschehen war. Als Strafe wurden uns Punkte abgezogen, so dass wir die Rückrunde mit ganzen 5 Punkten antraten. Die ganze DDR hatte uns schon abgeschrieben. Nun geschah aber etwas Sonderbares in Riesa. Es bildete sich in der Mannschaft eine Trotzreaktion. “Den werden wir es jetzt zeigen”, war der Grundtenor. Was keiner für möglich gehalten hatte, geschah. Wir haben fast kein Spiel mehr verloren und wir konnten die Oberliga vorzeitig halten.
Stahl-Riesa.com: Du warst auch schon einmal zu einer WM gereist?
J.E.: Ja, das bin ich. Es war 1974 zur Weltmeisterschaft in der Bundesrepublik. Ich erlebte das Spiel der DDR in Hamburg mit. Es ging gegen die BRD. Jürgen Sparwasser schoss den Siegtreffer und ging in die Annalen ein. Es war toll, solch einen historischen Moment miterleben zu dürfen. Es ging dann noch zum Spiel gegen Argentinien nach Gelsenkirchen ins Parkstadion. Am Ende wurde dann die Elf um Franz Beckenbauer Weltmeister.
Stahl-Riesa.com: Nach der Wende änderte sich damals einiges für den Fußball in Riesa und der DDR. Hast Du daran gedacht, was wäre wenn Du diese Chance viele Jahre eher gehabt hättest?
J.E.: Diese Frage ist mir schon sehr oft gestellt worden. Ich habe mir aber deswegen nie Gedanken gemacht. Ich hatte bereits 1960 diese besagte “Chance” gehabt. Stahl Riesa fuhr nach Westdeutschland, um einen Städtevergleich zu spielen. Riesa hatte damals freundschaftliche Bande zu Heidenheim. Erst sollte eine Stadtauswahl aus Riesa fahren. Am Ende fuhr die BSG Stahl. Mir und einem anderen Sportfreund wurde damals ein Vertrag vorgelegt. Ich habe mich aber für Riesa und die Familie entschieden. Das war auch gut so.
Noch eine kleine Geschichte am Rande, wie ich wahrscheinlich fast gewechselt wäre. In den 60er Jahren war auch Chemie Riesa sehr erfolgreich. Wir spielten in der gleichen Liga mit den Chemikern. Es gab gemeinsame Bestrebungen im Riesaer Fußball. Man traf sich im Klubhaus am Bahnhof und redete über den Fußball. Dabei wurde von allen die Bereitschaft signalisiert, wer am Ende der Saison vorne steht, der kann sich die besten Spieler in Riesa raussuchen. So stand auf einmal Chemie vor uns. Es sollten einige Spieler nun zu Chemie wechseln. So auch ich. Ich stand aber nicht zu meinem Wort und blieb Stahl treu.

Stahl-Riesa.com: Hattest Du damals Angebote anderer Vereine, während Du in Riesa spieltest?
J.E.: Ich bin eigentlich froh, dass es nur wenige mündliche Angebote gab. Heidenheim war ein Verein davon. Außerdem war es kein Thema für mich. Beim Aufstieg in die Oberliga war ich bereits 28 Jahre alt. Ich wollte meine Karriere in Riesa ausklingen lassen. Wir waren eine gute Truppe und ich hatte gar keinen Grund woanders zu spielen.
Stahl-Riesa.com: Hast Du nach deiner aktiven Karriere auch noch passiv in einem Fußballverein mitgewirkt?
J.E.: Nach der Wende habe ich zirka zwei Jahre in der Vereinsführung vom RSV oder FC 98 mitgewirkt. Es war einfach nicht mein Ding.

Stahl-Riesa.com: Nun wieder ein wenig in die Gegenwart. Man weiß ja, dass dich Stahl Riesa und der Riesaer Fußball weiter interessiert. Wie siehst Du die aktuelle Entwicklung in Riesa? Die Fußball-Akademie Riesa wurde gegründet. In welche Richtung sollte sich dies, deiner Meinung nach, entwickeln? Ist Riesa groß genug für die beiden großen Vereine Sportclub Riesa und TSV Stahl Riesa? Wie siehst Du das? Du sagtest vor einigen Jahren mal in einem Interview mit der Sächsischen Zeitung, dass Du mit einem Teil der 1 Millionen Euro aus einer Quizshow den Riesaer Nachwuchs unterstützen würdest. Daran sieht man ja, wie es dich auch interessiert, was aus dem Fußball deiner Heimatstadt wird.
J.E.: Riesa ist nicht groß genug für diese zwei Vereine. Ein SC mit vielen Sektionen kann nicht auch noch Spitzenfußball bringen. Die Akademie ist sicherlich Neuland, aber ein Versuch im Nachwuchsbereich etwas zu bewegen. Ich weiß aber nicht, ob man so agieren kann. Wie soll z.B. die Zuteilung auf die einzelnen Vereine erfolgen?
Stahl-Riesa.com: Gute Frage. Auch beim TSV Stahl Riesa gab es im letzten Jahr einige, sagen wir es mal nett, Unstimmigkeiten. Seitdem scheinen sich einige Sachen im Umbruch zu befinden. Wie denkst Du über diese Probleme, welche sich jahrelang angestaut haben? Deine wahre Liebe ist ja sicher immer noch Stahl Riesa?
J.E.: Natürlich ist meine wahre Liebe immer noch Stahl Riesa. Aber diese Unstimmigkeiten und Querelen haben mich teilweise auch abgehalten, Spiele zu besuchen. Man hört sehr viel, gerade auch von alten Stahlern.
Stahl-Riesa.com: Gehst du auch manchmal in die Nudelarena?
J.E.: Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich erst zwei, drei mal in Merzdorf war. Aber ich habe auch sehr viel zu tun. Meine Familie und der Garten stehen an erster Stelle. Viele Jahre bin ich am Wochenende mit dem Fußball unterwegs gewesen. Das ist nun im Alter ein wenig anders.
Stahl-Riesa.com: Der Traditionssportverein Stahl Riesa hatte sich im Jahr 2003 neugegründet. Wie stehst Du dieser so reichlich gepflegten “Tradition” gegenüber?
J.E.: Ich freue mich, dass sich wenigstens ein Verein auf den Namen “Stahl” besonnen hat.

Stahl-Riesa.com: Der TSV Stahl Riesa steht auf einem guten Tabellenplatz und im Aufstiegsrennen ist alles noch drin. Wie sind die Chancen in der Bezirksliga Mitte? Werden wir nächste Saison wieder eine Landesligamannschaft in Riesa haben, nach fast 10 Jahren.
J.E.: ich hoffe und wünsche es, dass der TSV Stahl Riesa den Aufstieg
in die Landesliga schafft.
Stahl-Riesa.com: Wo muss angesetzt werden, um vielleicht irgendwann einmal wieder Oberligafußball in Riesa zu sehen?
J.E.: Kontinuierliche Nachwuchsarbeit ist unabdingbar. Die Talente müssen unbedingt in Riesa gehalten werden. Es darf auch keinen Krieg der Vereine untereinander geben.
Stahl-Riesa.com: In diesem Zusammenhang steht ja auch das manchmal heftig diskutierte Thema Ernst-Grube-Stadion. Die Stadt wollte es längst schon abreißen. Nun will Feralpi, mit anderen noch zu findenden Firmen, seit geraumer Zeit investieren. Es ist ja auch Deine alte Wirkungsstätte. Wie soll mit diesem traditionsreichen Ort umgegangen werden, oder ist das Stadion längst ein alter Schuh?
J.E.: Ich bin immer wieder etwas traurig, wenn ich am Stadion vorbeikomme und sehe, dass man das Stadion zu einem alten Schuh verkommen lassen hat. Ich begrüße es absolut, dass Feralpi ins Ernst-Grube-Stadion investieren will. Diese Wirkungsstätte sollte doch erhalten bleiben. Eigentlich ist doch für einen Trainings- und Spielbetrieb alles vorhanden. Ich sehe keinen Grund es abzureißen. Das Sozialgebäude wurde erst 1985 gebaut. Viele alte Stahlspieler gingen gerne in die Sauna. Die war zwar nicht mehr die Beste, aber sie reichte. Ich war FC 98 Mitglied und bin 2003 mit zum Sportclub gewechselt. Als vor geraumer Zeit das Stadion vom SC aufgegeben wurde, sagte man uns, es sei zu teuer diese Heizung zu betreiben. Viele meldeten sich dann ab, als wir “rausgeschmissen” wurden. Erst nach einigen Abmeldungen war Frau Geschäftsführerin Peggy Freytag dann auf uns zugekommen und redete mit uns. Diese Gesprächsbereitschaft kam uns aber viel zu spät. Mittlerweile sind wir fast alle im Adonis angemeldet.
Stahl-Riesa.com: Danke für das sehr nette Zusammentreffen mit dem sehr informativen Interview. Das Internetmagazin Stahl-Riesa.com wünscht Dir alles Gute. Du bist bei den Stahlfans unvergessen und immer ein gerngesehener Zuschauer bei den Fans. Vielleicht sehen wir uns mal wieder bei einem Spiel der BSG Stahl Riesa?
J.E.: Ich bedanke mich auch. Es war sehr nett mit dem Internetmagazin Stahl-Riesa.com zu plaudern. Ich hoffe und wünsche es, dass wir uns bei solch einem Spiel wieder sehen. Auch den Stahlfans, wünsche ich alles Gute.

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Wirklich Klasse! Da hat der Admin nicht zuviel versprochen.
Die Storys von den Trainingslagern – genial.
Das die BSG mal gegen CFR Cluj gespielt hatte, wusste ich auch nicht mehr.
Das Ergebnis könnte unserer Statist Remo eventuell nachreichen.
Danke :-)
Eine tolle Lesefrucht zum fußballfreien Samstag.
Klasse vom Admin so eine lebende Legende zu Interviewen.Schön mal solche alten Geschichten zu hören.
Genial besonders die alten Fotos die dann wieder zum Vorschein kommen, I LOVE IT!!
Weiter so!
Zuviel Mc Donalds gegessen Boxer, oder Werbevertrag mit denen? Nagut! Aber die Bilder sind wirklich hervorragend!
Echt kommt das bei der mc´doof Werbung wusste ich gar nicht!
Ich habe in der Fuwo vom 18.August 1970, Ausgabe 33 folgendes gefunden:
Rumänien-Tournee als Test
Stahl Riesa baute vier internationale Spiele in Vorbereitung auf die neue Saison ein
Eine Rumänien-Tournee, während der Stahl Riesa zwischen dem 1. und 10. August vier Spiele gegen rumänische Oberliga-Vertretungen und Mannschaften unterer Klassen absolvierte, diente dem Riesaer Oberliga-Kollektiv und seinem neuen Cheftrainer Karl Schäffner als Teil der Vorbereitung auf die bevorstehende Meisterschaft. Dabei waren die Ziele sehr weit gesteckt und bestanden vorrangig darin das Kollektiv nach dem Weggang der bisherigen Stammspieler Kurbjuweit, Kern, Schäfer und Mirring neu zu formieren und zu festigen und an alle Akteure in Training und Wettkampf höchste Anforderungen zu stellen.
Mit Textil Vuturi Lugoj stand Stahl Riesa zuerst eine Elf der 3. Spielklasse gegenüber, die bis zur 60. Minute mit 3:0 in Führung ging. Ein starker Endspurt brachte durch Treffer von Steuer, Freyer und Lischke noch das Remis. Zweiter Partner von Stahl war der Zweitdivisionär Minerul Anina, eine Mannschaft der Bergarbeiter, deren recht schmaler Fussballplatz 700 Meter hoch liegt. Obwohl beide Vertretungen zahlreiche Torchancen herausspielten, trennte man sich mit 0:0.
Danach ging die Reise nach Timisoara. Hier trat Stahl Riesa gegen den rumänischen Oberliga-Aufsteiger CFR Timisoara an, der schon nach 23 Minuten mit 2:0 führte und dieses Resultat auch bis zum Abpfiff hielt. Mangelnde Konzentration im Angriff der Riesaer verhinderte den durchaus verdienten und auch möglichen Anschlusstreffer. Vierte Gegner von Stahl Riesa war dann Jiul Petroseni, der Oberliga-Siebente. Trotz erheblicher Reisestrapazen konnte sich Stahl enorm steigern und diese Partie zur spielerisch stärksten gestalten, aus zahlreichen Chancen aber einmal mehr keinen zählbaren Nutzen ziehen. Der Torwart von Petroseni erwies sich als Klassemann und hatte wesentlichen Anteil am knappen 1:0-Sieg von Jiul Petroseni.
Herbert Heidrich