Steckbrief:
Name: Gerd Schädlich
Geburtsdatum: 30.12.1952
Geburtsort: Rodewisch
Vereine als Spieler: TSG Rodewisch, FC Karl-Marx-Stadt
Vereine als Trainer:
1978–1981 BSG Motor Scharfenstein
1981 SC Traktor Niederwiesa
1982–1985 BSG Aufbau Krumhermersdorf
1985–1986 FC Karl-Marx-Stadt II
1986–1987 BSG Aktivist Schwarze Pumpe
1987–1990 DKK Scharfenstein Krumhermersdorf
1990–1991 FC Stahl Riesa
1991–1996 FSV Zwickau
1997 FSV Hoyerswerda
1998–1999 FC Sachsen Leipzig
1999–2007 FC Erzgebirge Aue
2008–heute Chemnitzer FC
Stahl-Riesa.com: Guten Tag Herr Schädlich. Schön, dass Sie Zeit gefunden haben.
G.S.: Ja, ich war gerade bei einer Trainingseinheit mit der Mannschaft. Bei diesem Winterwetter besonders schön.
Stahl-Riesa.com: Auch Johann Ehl war letztens ein Interviewpartner des Internetmagazins. Auch ein Begriff?
G.S.: Klar kenne ich Johner. An dieser Stelle einen schönen Gruß an Ihn. Wie geht es ihm?
Stahl-Riesa.com: Sehr gut. Er ist mittlerweile Rentner. Können Sie sich eigentlich noch an Ihre Zeit in Riesa erinnern?
G.S.: Es ist auch schon eine Weile her. Aber logischerweise ja. Es war ja meine erste Station als Trainer nach der Wiedervereinigung Deutschlands.
Stahl-Riesa.com: Wie kamen Sie nach Riesa?
G.S.: Ich bekam ein Angebot von Karl-Heinz Sotschek. Ich blieb ja nur ein halbes Jahr bis zur Winterpause. Dann wechselte ich nach Zwickau.
Stahl-Riesa.com: Warum?
G.S.: Zur Wende war einiges im Umbruch. Zu dieser Zeit gab es viele Probleme. Der Trägerbetrieb brach weg. Das Stahl- und Walzwerk Riesa hatte zu dieser Zeit andere Probleme, als einen Sportverein zu finanzieren.
Stahl-Riesa.com: Wo stand Stahl Riesa damals. Wo waren die Probleme?
G.S.: Gerd Kerper war damals Mannschaftskapitän. Mit dem Co-Trainer Gerd Schumann hatte ich einen sehr guten Wegbegleiter zur Seite. Wir spielten in der damaligen Amateuroberliga mittelmäßig mit. Zwickau und Aue dominierten mit ihrem hohen Niveau die Mannschaften.
Stahl-Riesa.com: Wohnten Sie damals auch in Riesa?
G.S.: Seit ich als Jugendlicher 1968 ins damalige Karl-Marx-Stadt gezogen war, lebe ich da. Ich komme ursprünglich aus dem Vogtland, wurde aber delegiert. Mein letztes Spiel bestritt ich im Übrigen auch gegen Stahl Riesa. Es war in der Saison 1975/76 und endete 4:4. Eine langwierige Verletzung zwang mich meine aktive Laufbahn im Alter von 25 Jahren aufzugeben. Aber ich wohne seit damals in Chemnitz. Damals hatte ich eine kleine Wohnung in Riesa, wo ich schlafen konnte. Sie war sehr zentral im Stadtzentrum der Elbestadt. Wie viele Einwohner hat Riesa eigentlich noch?
Stahl-Riesa.com: Ich glaube es sind mittlerweile nur noch 34.000 Einwohner. 1988 waren es noch 53.000. Diese Entwicklung ist sehr traurig. Woran hapert es im heutigen Ostfußball? Liegt es vielleicht auch daran?
G.S.: Es ist sicherlich auch solchen Dingen gescholten. Doch es ist auch die eigene Schuld der Ostklubs. In der ersten Gesamtdeutschen Saison waren immerhin der VfB Leipzig und der FC Dynamo Dresden in der Bundesliga vertreten. Gut, Dynamo hat sich wieder gefangen, aber es dauerte. Man kann ja auch an zweitklassige Mannschaften wie Stahl Brandenburg denken. Es ist schon schlimm, wie sich das entwickelte. Aber z.B. sind Rostock, Aue und Cottbus nun nicht gerade die wirtschaftsstärksten Regionen der ehemaligen DDR. Sie zeigten aber, dass es möglich ist, erfolgreichen Profifußball zu entwickeln. Schade ist es um solche Traditionen wie auch gerade in Riesa.
Stahl-Riesa.com: Vor einigen Jahren spielten Sie mit Ihrer Mannschaft aus Aue zu einem Freundschaftspiel in Riesa. Können Sie sich noch daran erinnern?
G.S.: Ja, das war ein Wochentag. Wir gewannen gegen den damaligen Kreisligist zweistellig.
Stahl-Riesa.com: Es wurde erzählt, das s Sie sehr unzufrieden mit dem Spiel waren. Es waren ja bloß zehn Tore gegen einen Kreisligisten.
G.S.: Es war ein Freundschaftsspiel, von daher hatte es nicht diesen Stellenwert.
Stahl-Riesa.com: Ihr damaliger „Starspieler“ hieß Andrzej Juskowiak. Er spielte die Stahlelf schwindlig. Wer war eigentlich Ihr „Starspieler“ in der Trainerkarriere.
G.S.: Es gibt viele gute Fußballer. Natürlich gehört auch Andrzej dazu. Er war Torschützenkönig bei der Olympiade 1992 in Barcelona. Er spielte in so vielen Ländern und Ligen. Er war ein Stürmer der Extraklasse. Seine fast 40 Länderspiele zeugen ja auch davon. Auch Chris Löwe ist ein riesiges Talent, aber so ist es nun einmal. Die guten Spieler wechseln zu den großen Klubs.
Stahl-Riesa.com: Sie trainierten Zwickau, Aue und Chemnitz. Geht das überhaupt?
G.S.: Logischerweise gab es da von Seiten der Fans immer bedenken. Viele Fans hatten absolute Vorbehalte. Die Erfolge ließen diese aber verstummen.
Stahl-Riesa.com: Was waren Ihre größten Erfolge als Trainer?
G.S.: Zweifelsohne die Aufstiege mit Zwickau, Aue und letztes Jahr mit Chemnitz.
Stahl-Riesa.com: Soweit ich weiß, wird in Chemnitz ein neues Stadion gebaut. Was halten Sie davon?
G.S.: Da wird in die Zukunft investiert. Ohne den Aufstieg in die dritte Liga wäre es aber nicht geworden. Es war die Grundvoraussetzung hierfür.
Stahl-Riesa.com: Interessieren Sie sich noch für den Fußball in Riesa?
G.S.: Erst vor ein paar Wochen hatte ich das Viertelfinalspiel im Sachsenpokal gegen den VFC Plauen im MDR gesehen. Interessieren ist zu viel gesagt, aber man schaut gerne darauf.
Stahl-Riesa.com: Vielen Dank für dieses interessante Interview. Ich wünsche Ihnen, Ihrer Familie und Ihrer Mannschaft Alles Gute. Hoffentlich wird diese Rückrunde genauso erfolgreich bespielt wie die Hinserie.
G.S.: Das wünsche ich ebenso allen Stahlfans in Riesa. Vielleicht sieht man sich einmal in der nächsten Spielserie des Sachsenpokals.

Facebook
Flickr
Twitter
Youtube
Eh du übertriffst dich immer wieder Admin.Auch die ehemaligen Trainer,Spieler usw.haben Riesa nicht vergessen.Vielen dank.
Danke Radlader! Das Internetmagazin Stahl-Riesa.com versucht natürlich immer die interessanten Themen aufzuarbeiten. Gerd Schädlich ist ein echt netter Kerl, aber seine erfolgreiche Zeit hatte er leider erst nach seiner “Riesazeit”. Eiserne Grüße
Tolle Idee und Respekt für dieses Interview , für mich einer der besten Trainer der Ostdeutschen Welt ,Aue weint wohl heute noch , das sie Ihn nicht hielten.
Aue – die haben doch den Scmidt oder ???
Nicht ganz;-) Aber in Chemnitz muss er nicht so lange auf Arbeit laufen…