“Der Riesaer Fußball” – Eine Nach- und Vorausbetrachtung

11. Aug 2011  |  Kategorien: Allgemeine Meldungen, Gerüchteküche, Herausgekramt, Sonstiges, Thema  |  22 Kommentare

Acht Jahre ist es jetzt her- Der Untergang des Riesaer Fußballs. Was waren das für Zeiten mit dem FC Stahl 98. Es schien auch am Anfang alles toll zu laufen. Einstellige Platzierung im ersten Oberligajahr, Siege gegen vermeidlich große Namen und ein volles Stadion. Damals waren alle in einer Oberligaeuphorie gelandet. Der alte Kader der Aufstiegself, wurde durch Präsident Paul Bischof, fast komplett ausgetauscht. Einige altgediente Oberligaspieler wurden zusammengekauft. Was am Ende rausgekommen ist, als es keinen Cent Gehalt mehr gab, ist bekannt. Alle Spieler gingen weg, der Verein brach auseinander. Teilweise sah es im Nachhinein auch so aus, als sollte dies so geschehen.

Man schaue sich nun die Elbehexen im Frauenhandball an, dies ist das jüngste Beispiel, einer absolut verpassten Sportpolitik, welche Ihren Ursprung in den 90er Jahren hat. Aber dieses zusammengekaufte Kunstgebilde erinnerte mich zu sehr an den FC Stahl Riesa 98. Was rausgekommen ist, wissen wir alle. Auch wie beim Fußballclub 98 sind die Leidtragenden die Fans der Frauenhandballmannschaft.

Der Untergang der Elbehexen hat die gleiche Handschrift wie der des FC Stahl 98. In den 90er Jahren des vorangegangen Jahrtausends sollte das Image der Sportstadt gepflegt werden. Mit Slogans wie: „Sportstadt Riesa“, „Investieren in Riesa“ oder „Sport ist Wirtschaftsförderung“ wurde versucht dieses Image einzutrichtern. Diese Losungen stehen immer noch, wie ein Relikt aus alter Zeit, an der Wand der WM-Sporthalle geschrieben. Gescheitert, auf ganzer Ebene. Wie sieht es denn fast ein Jahrzehnt danach aus? Große Turmspringer und Bobfahrer werden verpflichtet, obwohl dies nicht wirklich zu den Ur-Riesaer Sportarten zählt. Es gibt einen großen Sportverein in der Stadt, welcher sicher auch in vielen Abteilungsbereichen eine ganz ausgezeichnete Arbeit macht. Aber die wirklichen Sportarten, welche das Interesse der Bewohner und Besucher auf sich zieht, ist in der „Bedeutungslosigkeit“ versunken. Fußball im Bezirk gibt es in dieser Sportstadt. Fragt man jemand Fremdes, was er wohl mit Riesa verbinde, wird er wohl antworten: „Stahl Riesa, Nudeln und Zündhölzer“. Selten wird man hören: „Sportstadt“.

Es gab schon professionalisierte Sportmannschaften, welche zwar sportlich gesehen gut da standen, aber den absoluten finanziellen Breakdown erlebten. Wir denken da alle z.B. wieder an unseren alten FC Stahl 98. Wie lief die Insolvenz ab? Es wurde doch zuletzt, auf einer der damals fast monatlichen Mitgliederversammlungen, beschlossen, dass die kompletten Mannschaften an den Sportclub übergehen. Der größte Teil stimmte damals dafür, da es auch an Alternativen mangelte.

Wie es anders gegangen wäre, sieht man derzeit in Leipzig-Leutzsch oder auch vor geraumer Zeit in Leipzig-Probstheida. Dies war damals aber nicht gewollt und Alternativen wollte man nicht aufzeigen, da ja auch die 400 Mitglieder dem SC in der vielbesagten Mitgliederzahlstatistik halfen. Damit präsentieren sich die Offiziellen des SC sehr oft- mit Mitgliederzahlen. So fundamentierte der Sportclub seinen Anspruch auf einen der größten Vereine im Land Sachsen.

Aber zurück zu den letzten Mitgliederversammlungen des FC 98. Der größte Teil der Mitglieder stimmte einer Übernahme der aktiven Mannschaften durch den Sportclub zu. Die Konsequenz ist, dass der SC sich als realer Erbe der BSG Stahl Riesa sieht. Wenige haben sich damals wirkliche Gedanken gemacht. Mittlerweile ist es aber durchsichtig geworden und man wartet vergebens auf Erfolge der Cluberer. Aber ein höherklassiger Fußball war auch bis vor kurzem kein Gedanke wert, denn man favorisiert den Frauenhandball. Mann wollte hoch hinaus und sogar in der Erdgasarena spielen. Utopisch, künstlich und nicht mit Substanz. Sicherlich, die WM-Sporthalle war manchmal ausverkauft, im Schnitt kamen in der 2.Bundesliga aber gerade mal 400 Zuschauer. Bei Stahl Riesa kamen zur gleichen Zeit in der Bezirksliga auch so viele Zuschauer.

Der Fußball und dessen Tradition sind auch nicht beim SC, denn die ging mit dem FC Stahl Riesa 98 fast komplett verloren. Schließlich wollte auch der SC die Verbindlichkeiten des insolventen Vereins nicht übernehmen. Dazu gleich mehr.

Im Jahre 2003, dem Jahre der Vereinsauflösung des FC Stahl Riesa 98, gründete sich der TSV Stahl Riesa im Wettiner Hof. Sicherlich, wird vom Sportclub oft angeführt, dass es ja damals so gewollt war, dass der SC die Mannschaften übernimmt. Niemand auf der Seite des Sportclubs verstand damals die Gründung des Traditionssportvereines Stahl Riesa. Der Verein war nicht gewollt in Riesa, musste somit auch im Stauchitzer Gemeindeteil Seerhausen spielen. Damals belachten viele den kleinen provinziellen Verein. Viele fühlten sich auch vor den Kopf gestoßen, da der Verein auch Spieler wegschnappte. Manche Sachen liefen sicher nicht optimal und wenn man bedenkt, dass vom Ursprungskader der allerersten Mannschaft des TSV, lediglich noch David Wukasch Vereinsmitglied geblieben ist, stellt es das Vereinsleben teilweise in ein seltsames Licht. Warum sind denn solche Spieler wie z.B. Silvio Huß gegangen? Wo spielt er mittlerweile? Ja genau, bei den Alten Herren des SC Riesa. Erfolgreiche Mannschaft, absolut. Warum spielen alle alten Stahlgrößen und „Legenden“ beim Sportclub? Warum ist nicht einer der ehemaligen Spieler der BSG Stahl Riesa Vereinsmitglied beim TSV Stahl Riesa? Da ist sicher vieles falsch gelaufen, aber der Name Stahl Riesa sollte nicht sterben. Welch Glück. Bloß ein Traditionsbewustsein muss viel mehr aufzeigen. Die Tradition wird zu wenig gelebt. Oder hat da jemand irgendein Beispiel? Hier muss angesetzt werden, denn was unterscheidet unser aller Wahrnehmung von der des Sportclub Riesa? Der Name Stahl verbindet uns verrückte Fans und dies ist unser großer Vorteil, den es aber zu nutzen gilt. Den Fans sind nun mal, egal in welcher Sportart, eine Macht.

Sicher kann jeder Leser von Stahl-Riesa.com seinen Teil dazu beitragen und eine Geschichte über den TSV, den SC, Markus Mütsch, Hubert Lein oder zu anderen Themen erzählen. Jeder einzelne kann da lustige, manchmal traurige, manchmal böse und manchmal zusammen gedichtete Geschichten erzählen. Aber sollte man sich denn nicht, nach 8 Jahre Kleinstaaterei auf beiden Seiten, an einen Tisch setzen und vernünftig darüber reden? Da werden „Runde Tische des Sportes“ gemacht. Sollte man aber nicht eine Zusammenkunft des Fußballs in Riesa forcieren? Sonst werden wir womöglich irgendwann ähnliche Zustände haben wie damals. Denkt denn wirklich einer, dass Fußball mit zwei Vereinen in der Landesliga möglich ist? Schaut einfach nach Hoyerswerda, da sieht man dass es wohl nicht funktioniert. Beide Vereine würden davon profitieren, vor allem würde aber der Riesaer Fußball einen Quantensprung machen. Wollen denn die Vereinsmitglieder auf beiden Seiten diese Theater innerhalb einer Stadt? Man sollte die Ressourcen schonen und die Kräfte für den Riesaer Fußball bündeln. Doch da ist die städtische Politik gefragt. Ja, es ist ein heißes Thema, sehr heiß sogar, gerade in diesem kühlen Sommerloch.

Wenn man aber solch eine Runde zusammenbekommen würde, würde man vielleicht zu alter, längst verlorener Stärke, zurückfinden. Baut doch endlich diese Mauern ab und setzt euch an einen Tisch. Ich glaube niemand möchte hören: „ Der ist schuld, oder jener“. Es zählen Resultate!

Das Stahlmaskottchen aus längst vergangenen Tagen,
Euer Eisenfuss


22 Kommentare

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  1. Stahlfan sagt:

    Genauso ist es! Punkt!

  2. Radlader sagt:

    Einfach mal bei der SZ unseren Sponsor nachfragen und diesen Beitrag drucken lassen.Genial einfach und absolut korrekt.Weiter so Ihr Jungs Von Stahl Riesa.com

  3. beobachter sagt:

    Das neuste Interview in der Reihe “Polemik im Riesaer Fussball”. Außer Nostalgie-Flair, drücken auf die Tränendrüse vergessener Zeiten wegen und einem inhaltlosen Aufruf zur Zusammenarbeit liest man als intelligenter Leser hier nicht viel raus.
    Wieso einstige Stahl-Spieler bei den SC-Alten Herren kicken? Weil diese einfach erfolgreicher und qualitativ besser sind!
    Hier werden dazu “rosige” Beispiele aus Leipzig und düstere aus Hoyerswerda gebracht, die weltfremd auf Riesa umgemünzt werden. Leipzig-leutzsch sollte auf keinen Fall Vorbild für eine Stahl-Zukunft sein! Aber als polemischer Aufruf für die dummen Massen von stahl-riesa.com wirkt es gut.
    Vielleicht tut einwenig Konkurrenz dem gemütlichen TSV auch gut, damit sich die Dinge im TSV weiterhin kontinuierlich verbessern.

  4. Ich sagt:

    @BEOBACHTER:

    Zugegebenermaßen finde ich obigen Artikel auch luftleer und überflüssig.
    Allerdings zolle ich jedem Respekt, welcher sich ernsthaft Gedanken um die Zukunft des Riesaer Fussballs macht.
    Den richtigen Ansatz hat er da.
    Das solltest auch du mit deiner herausragenden Intelligenz erkennen.
    Zum Thema Alte Herren geb ich dir Recht.
    Es kickt sich besser mit den alten Weggefährten und auf gutem Niveau.
    So und nun verabschiede ich mich wieder in die dumme Masse von stahl-riesa.com…

  5. Ich sagt:

    Einen muß ich noch.
    Konkurrenz vom Sportclub???
    Das glaubst doch selber nicht.

  6. Maiky sagt:

    Herr Beobachter, anscheinend sollten Sie erkennen, dass dieser Kommentar kein Interview ist. Das erkennen Sie aber nicht. Aber immer weiter so…und Polemik ist anscheinend Ihr Lieblingswort. Gebrauchen Sie gegen jeden. Wissen SIe eigentlich was dieses Wort heißt? Gegen wen ist dieser oben beschriebene Artikel feindseelig? Wird hier feindseelig gestritten? Aua Herr TSV Hasser!

  7. Merzdorfer sagt:

    Nunja beim TSV hat sich mit dem Rücktritt von H.L. wenigstens etwas bewegt und die sportliche Entwicklung ist immerhin positiv. Nur beim SC sitzen immer noch die gleichen ignoranten und arroganten Pappnasen im Vorstand und das seit 2003! Von daher machen runde Tische gegenwärtig wenig Sinn!

  8. gast sagt:

    Wieso wird in jedem Kommentar oder Artikel irgendwas gen SC gewettert, Merzdorfer? Mein Gott dein geschwafel jedesmal nervt tierischst, also such dir am Besten eine vernünftige Beschäftigung.

  9. Kleene sagt:

    Was macht dann mehr Sinn? Weiter so wie bisher? Das ist doch bescheuert. Es wird doch so nie Oberliga geben. Auch unser Trainer Ron schrieb es so in seinem Interview. Aber wie bekommt man das hin.
    @Beobachter: Nicht bloß Motzen, sondern auch Klotzen. Auch Stahl-Riesa.com hat zehnmal mehr bisher bewegt, als Sie je für Fußball machen werden.
    So…guten Abend noch…
    wünscht die Kleene

  10. Merzdorfer sagt:

    Trainer Ron hats geschrieben: Bei uns stehen alle Türen offen… Ich denke der TSV hat genug getan, hat sogar jahrelang auf Nachwuchs verzichtet, hat dem Bau der Kunstplatzes für den SC zugestimmt, die wollen einfach nicht, wollen mit feralpi selbst nach oben, lächerlich……selbst Zipsendorf ist inzwischen im Fußball bekannter als Riesa

  11. E.T. sagt:

    Die Nachwuchskooperation mit dem SC war im Nachhinein betrachtet nichts als ein Schachzug der SC-Führung, um den TSV stillzustellen und die Kinder und Jugendlichen zum eigenen Verein zu ziehen. Bei gegebenen Anlass wurde dann darauf hingearbeitet, das die “Zusammenarbeit” beendet wird. Mich würde nicht wundern, wenn man auf ein ähnliches Szenario wie bei Lommatzsch spekuliert hat (Abstieg wegen Nichterfüllung der Anzahl der Jugendmannschaften). Das hat aber dank Röderau nicht geklappt. Die Bündelung der Kräfte und das Zusammengehen in einem Verein ist aus heutiger Sicht utopischer den je (Gründe: der Wille der Vereinsspitzen dazu, Großsponsor F. usw.).

  12. UdoM sagt:

    E.T. Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen.

  13. Ex United sagt:

    Super Artikel , da ist viel wahres drin , ich wuensche mir eine tolle Saison von unserem Team , der Anfang im Pokalspiel ist gemacht , willkommen zu Hause – Danny .

  14. energy sagt:

    Wie ich das mitbekommen habe, gab es gestern abend ein Gespräch zwischen Ron und Thomas Kupper … wer genaueres weiß, raus damit!

  15. egal sagt:

    @Energy: Vielleicht über die Trainingszeiten…Muuuaahahaaaa selten so gelacht…!!!

  16. Maiky sagt:

    Bestimmt über den Spielerwechsel Burda zum SC…hihi

  17. egal sagt:

    Hab übrigens gestern Abend die “Stahl-Elf” mit Trainer Kupper beim Unkraut jäten im Grube “bewundern” können…peinlich…

  18. auch ein Mitglied sagt:

    Wieso peinlich? Es ist das erste Mal seit über 8 Jahren dass Trainer Kupper etwas für den Riesaer Fußball tut. :)

  19. egal sagt:

    Genau deswegen!

  20. Maiky sagt:

    Heute SZ lesen…!

  21. ICH sagt:

    Nu is de Katze ausm Sack.
    Solche Nachtjacken…

  22. TSV Fan sagt:

    Eh hier wieder eine Diskussion anfängt, möchte ich alle wahren Stahlfans dazu aufrufen zusammen zu halten. In so einer Phase ist es nicht förderlich wieder mit diskutieren anzufangen. Wenn wir uns gemeinsam hinter die Mannschaft stellen und es schaffen diese Aktionen seitens einiger Personen aus dem Umfeld des Rathauses bzw. des Sportclubs auszublenden und uns auf das Sportliche zu konzentrieren, dann schaffen wir den Aufstieg in die Landesliga und dann sieht die Sache schon viel freundlicher aus. Ja dann zeigen wir dem selbsternannten SC – pseudo – Feralpi Stahl den Finger!!!

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